Le Soir - Belgien | Montag, 14. April 2008
Deutsch-französische Geschichtsschreibung
Pol Mathil schreibt anlässlich des bald erscheinenden zweiten Bandes des deutsch-französischen Geschichtsbuches über die Zeit von 1815-1945: "Wie haben es Deutsche und Franzosen geschafft, diese extrem schwierige Herausforderung zu meistern und ihrer Jugend eine gemeinsame Sicht der Ereignisse anzubieten, zu denen man stets extrem unterschiedliche Erinnerungen, Gefühle und Meinungen hatte?... Was im Westen dank Demokratie und dank des europäischen Einigungsprozesses möglich wurde und für die Versöhnung der Völker wichtig ist, sollte auch im ehemals unfreien Europa geschehen, in dem ein halbes Jahrhundert lang jede Wahrheit aus dem Unterricht verbannt war, ganz zu schweigen von der historischen und politischen Debatte. Wie kann man etwa die polnische Erinnerung an das Massaker von Katyn als Völkermord mit der russischen Sichtweise versöhnen? Es gibt bereits ein gemeinsames deutsch-polnisches Schulbrojekt, das auch nicht einfach ist."
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