Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Montag, 14. April 2008
Mazedoniens Regierung zurückgetreten
Zwei Wochen nach dem Nato-Gipfel in Bukarest, bei dem Mazedoniens Beitritt zum Militärbündnis wegen des Namensstreits mit Griechenland verschoben werden musste, ist die mazedonische Regierung von Ministerpräsident Nikola Gruevski zurückgetreten. Das Land steht vor einer schweren Zerreißprobe, berichet Michael Martens: "Der Zerfall der Koalition in Skopje ist vor allem Teil eines taktischen Spiels der Regierungsparteien. Er demonstriert aber auch, wie brüchig das Abkommen ist, das albanische und slawische Mazedonier im August 2001 unter dem Druck der EU und Washingtons in Ohrid schlossen... Die jüngste Krise [sollte] an dreierlei erinnern: Es gibt kein Land auf dem Balkan, dessen Zukunft stärker von den Entwicklungen im Kosovo abhängt als Mazedonien. Zweitens wird sein Zusammenhalt gefährdet, sollte Griechenland nach den Nato-Ambitionen auch noch die Annäherung Mazedoniens an die EU torpedieren. Das wäre, drittens, für die ganze Region schlecht."
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