Revista 22 - Rumänien | Donnerstag, 17. April 2008
Jacques Rupnik über die Intellektuellen in Osteuropa
Der Historiker Jacques Rupnik spricht mit Armand Gosu über die Intellektuellen in Osteuropa. "Im 19. Jahrhundert waren die Intellektuellen noch ein Ersatz für die politische Elite, weil die Staaten nicht souverän waren, sondern unter fremder Herrschaft standen. Damals haben die Intellektuellen eine wichtige Rolle beim nationalen Erwachen übernommen, sie waren eine Art Pressesprecher der Nation. Das galt auch später im kommunistischen System, als es der Gesellschaft an Freiheit mangelte. Das Leben der Intellektuellen erhielt so eine neue, im Westen unbekannte Dimension... Unlängst haben die tschechischen Literárny Noviny ein Streitgespräch zwischen Václav Havel und Milan Kundera über das Jahr 1968 gedruckt, das kurz nach dem russischen Einmarsch, aber noch unzensiert geführt wurde. Diese Diskussion fand auf einem sehr hohen Niveau statt, mit historischen Visionen, Werten. Heute schreibt niemand mehr Texte, in denen Fragen dieser Art gestellt werden: Wo befinden wir uns? Was ist unser Schicksal? Unser Schicksal ist entschieden: Wir sind in der Nato, wir bewegen uns vom Erhabenen ins Lächerliche."
» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Erweiterung, » Geschichte, » Tschechien, » Rumänien
Alle verfügbaren Texte von » Jacques Rupnik, » Armand Gosu
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 17. April 2008