taz - Deutschland | Donnerstag, 24. April 2008
Eine neue EU-Agrarpolitik?
Daniela Weingärtner fürchtet, dass Sofortmaßnahmen für die von der Hungerkrise Betroffenen nur kurzfristig helfen können, und fordert eine komplett neue Struktur der globalen Agrarpolitik: "Ein Umsteuern würde politisches Durchsetzungsvermögen erfordern. Denn diejenigen Gruppen, die von der derzeitigen Förderpolitik profitieren, werden ihre Privilegien nicht kampflos aufgeben. Das sind zum einen die europäischen Bauern, die mit EU-Mitteln durchgefüttert werden und deshalb ihre Erzeugnisse konkurrenzlos billig auf den Weltmärkten absetzen können. Sie haben in den vergangenen Jahren Abstriche in der Produktionsförderung hinnehmen müssen und wehren sich nun gegen eine weitere Reformrunde. Das sind aber auch die politischen Eliten der Schwellen- und Entwicklungsländer, die lieber Devisen in der Kasse sehen wollen, statt eine Strukturpolitik anzustreben, die ihre Bürger satt macht."
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