Berliner Zeitung - Deutschland | Mittwoch, 30. April 2008
Ein Assozierungsabkommen unter Vorbehalt
"Gut eine Woche vor den Parlamentswahlen in Serbien hat die Europäische Union dem Balkanland eine Brücke gebaut, sie aber sofort bis auf weiteres gesperrt", schreibt Frank Herold. "Das Assoziierungsabkommen, das die Außenminister nach langem Zögern gestern endlich unterzeichneten, ist an eine Bedingung gebunden. Das sagt niemand offen. Aber wirksam wird der Vertrag nur, wenn die 'richtigen', die pro-westlichen Kräfte um den Präsidenten Tadic, gewinnen. Siegen dagegen die Nationalisten, wovon man derzeit ausgehen sollte, bleibt mindestens das Betreten der Brücke verboten... Serbien steht vor der wichtigsten Wahl seit dem Sturz von Slobodan Milosevic. Die Alternative heißt nicht EU oder Kosovo, denn das Kosovo ist für Belgrad unwiederbringlich verloren. Die Alternative heißt Europa oder Selbstisolation. Die EU hat mit dem Assoziierungsabkommen spät einen Versuch unternommen, den Serben die Entscheidung leichter zu machen. Vielleicht zu spät."
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