Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 5. Mai 2008
Ende einer politischen Epoche
"Engländer und Waliser nutzten die Gelegenheit, um der unbeliebten Labour-Regierung einen Denkzettel zu verpassen. ... So verheerend straften sie die Regierungspartei ab, dass viele bereits vom Ende einer politischen Epoche sprechen. Die neue Mitte, jene breite Koalition aus Arbeiterklasse und liberalem Bürgertum, die Labour vor gut einem Jahrzehnt an die Macht spülte, ist zerbrochen. Ihren Erfinder, den im vergangenen Sommer ausgeschiedenen Ex-Premierminister Tony Blair, hat sie um weniger als ein Jahr überlebt. ... Die politische Landkarte muss nun neu geschrieben werden. Im Süden Englands ist Labour als politische Kraft so gut wie vollständig verschwunden. ... Gerade einmal zehn Monate ist es her, dass Gordon Brown die Amtsgeschäfte von Blair übernommen hat. ... Doch nun stellt die Partei entsetzt fest, dass Brown nicht die Lösung ihrer Probleme war, sondern dass er selbst das Problem ist."
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