Tribune de Genève - Schweiz | Donnerstag, 23. Februar 2006
Serbien, Mladic und das Kriegsverbrechertribunal
Jean-François Verdonnet meint, dass "das Netz von Beschützern [Mladics] dem ausländischen Druck immer weniger standhält. Ob sie nun stimmen oder nicht: die Gerüchte der letzten Tage sind kein Zufall. Wenn sie auch noch nicht erlauben, den genauen Tag und die Stunde der Festnahme bekannt zu geben, so deuten sie doch auf einen neuen Abschnitt politischen Handelns und eine Schwächung des Beschützer-Netzes hin. Die Stimmung gegen Mladic ist feindseliger geworden. Das lässt darauf schließen, dass sich die Gleichgewichte in Serbien verschieben und dass die Interventionen von außen effektiv sind - die Mahnungen der Anwälte des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien, die bessere Abstimmung der westlichen Geheimdienste. Und es lässt darauf schließen, dass die jetzigen Machthaber entschlossener sind, dass ein Ende des Lavierens und der Doppeldeutigkeiten in Sicht ist. Für Mladic wird es eng, weil Belgrad inzwischen eine neue Strategie verfolgt."
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