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Rzeczpospolita - Polen | Freitag, 23. Mai 2008

Polen streitet über Lech Wałęsa

Mit einem gemeinsamen Appell haben polnische Politiker und Intellektuelle den ehemaligen Staatspräsidenten und Chef der Gewerkschaft Solidarność, Lech Wałęsa, gegen den Vorwurf in Schutz genommen, er habe während der kommunistischen Diktatur für den Geheimdienst gearbeitet. Der Chefredakteur der Tageszeitung Rzeczpospolita, Paweł Lisicki, unterschrieb einen Gegenaufruf von Historikern und Publizisten: "Es ist schon traurig, zu sehen, dass sich an dieser Kampagne so viele namhafte Persönlichkeiten beteiligen, Menschen, die früher selber im Kampf um die Freiheit des Wortes und die Freizügigkeit der Forschung Opfer gebracht haben. ... Sie wollen nicht verstehen und diskutieren, sondern verurteilen und verbieten. Solche Reaktionen sind ein weiteres Beispiel dafür, wie tief das Erbe der Volksrepublik bei den polnischen Eliten sitzt. Wie oft greifen Menschen, die selbst von Demokratie, von Transparenz des öffentlichen Lebens und von Freiheit sprechen nach undemokratischen Methoden, wenn nur ihre Position bedroht ist. Was ist aber eine Autorität wert, die sich auf Angst und Kontrolle stützt?"

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