Jornal de Notícias - Portugal | Freitag, 6. Juni 2008
Blutiges Fernsehen
Nach einem Gerichtsurteil muss Portugals öffentlicher Fernsehsender RTP die Übertragung von Stierkämpfen auf 22.30 Uhr verschieben und mit dem Hinweis ausstrahlen, dass es sich um ein "gewaltsames Programm" handelt. Die Tageszeitung Jornal de Notícias stimmt zu: "Die Entscheidung ehrt die portugiesische Justiz und bringt RTPs Vorstellung des öffentlichen Auftrags in Misskredit. Jährlich bekommt RTP Millionen Euro aus dem Staatshaushalt um ein öffentlich-rechtliches Angebot ohne die kommerziellen Zwängen der Privatsender bereitstellen zu können. Anscheinend bedeutet für RTP der öffentlich-rechtliche Auftrag der Bericht über die Herstellung eines hundert Meter langen Kuchens als Aufmacher der Tagesnachrichten oder … die Übertragung ... einer Veranstaltung, die die Demütigung und das Leiden eines Tieres zur Unterhaltung macht. Dass ein Gericht RTP daran erinnern musste, dass solch gewaltsame blutige Shows einen negativen Einfluss auf die Bildung junger Menschen haben kann, ist eine Schande."
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