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Les Echos - Frankreich | Montag, 23. Juni 2008

Europa: Alptraum und Vorbild

Die Wirtschaftstageszeitung Les Echos analysiert die Wahrnehmung Europas in anderen Regionen der Welt und kommt zu dem Schluss, dass die Strahlkraft des alten Kontinents trotz interner Querelen noch immer stark ist: "Europa hat Pech. Räumlich ist es 'der kleinste und am unschärfsten umrissene Kontinent', liest man im [französischen Wörterbuch] Petit Robert. Politisch ist es anscheinend bestraft, 'eine kleine Insel' gegenüber einem aufgeblähten Amerika und einem aufsteigenden Asien zu bleiben. … Jedoch ist Europa nicht nur ein institutioneller Alptraum. … Wie die Prinzessin der griechischen Mythologie, die von Zeus entführt wurde und die Europa ihren Namen gegeben hat, verführt es andere Regionen. … Es ist eines der großen Paradoxa des beginnenden 21. Jahrhunderts. Einerseits versinkt Europa erneut in 'Europessimismus', mit einer gefährlichen Rückkehr der europäischen Völker zur Idee des Nationalstaats, ihrer Souveränität und der Angst vor der Immigration. Andererseits übt der europäische Aufbau auf andere Regionen der Welt eine echte Anziehungskraft aus. Im April schlug ein japanischer Think-Tank vor, sich am europäischen Weg zu orientieren, um die Versöhnung von Japan und China voranzutreiben."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 24. Juni 2008

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