Le Monde - Frankreich | Montag, 6. März 2006
Wirtschaftspatriotismus: Europa auf dem Prüfstand
"Man glaubte schon, dass sich die Idee eines Europas als 'ein riesiger Markt' durchgesetzt habe - nun ist Europa dabei, zu einem nationalistischen und protektionistischen Schlachtfeld der 25 Mitglieder zu werden, konstatiert Eric Le Boucher. "Das Europa der Dienstleistungen ist tot, das Europa der gemeinsamen Energiepolitik auch. Man wird den Politikern, vor allem den französischen, aber nicht nur ihnen, vorwerfen, nur auf ihre persönlichen Interessen bei nationalen Wahlen zu schauen. Das ist gerechtfertigt... Aber die europäische Krise wurde auch vom liberalen britischen Modell ausgelöst: Im Energiesektor hat die Wettbewerbspolitik weder für ein Sinken der Preise gesorgt noch dafür, dass paneuropäische Wettbewerber aufgetaucht sind... Im Energiesektor zeichnet sich das Bild eines Europas ab, das aus sechs oder sieben nationalen Riesen besteht (darunter EDF oder Suez-GDF in Frankreich, Eon und RWE in Deutschland), die immer ein Interesse an einem Status quo haben werden."
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