Le Monde - Frankreich | Sonntag, 29. Juni 2008
Untergang des Humanismus?
Die Tageszeitung Le Monde reflektiert über den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem und politischem Fortschritt: "Erleben wir den Beginn des unausweichlichen Niedergangs von Europa, seiner Werte und des Humanismus? Das Ende der von griechischen Idealen geprägten Welt? Diese Frage schwingt in der aktuellen Krise des westlich geprägten Kapitalismus, der Finanzkrise und der Krise des Sozialstaates mit. Sie stellt sich auch im Zusammenhang mit dem Aufstieg Asiens, das sich eher nach dem chinesischen Modell entwickelt. ... Sie ist aber auch in Frankreich präsent, in Form der Kritik an der europäischen Identität. ... Es sieht danach aus, dass wirtschaftliche Entwicklung und Demokratie nicht mehr untrennbar miteinander verbunden sind. ... Ein leerer Bauch verleitet zur Barbarei, ein voller Teller führt zum Dialog, so dachte man zumindest. Aber das ist falsch. Die Welt hat ein Jahrzehnt starken Wachstums erlebt, doch die Weltbank schreibt in einem Bericht, dass es kein Zeichen dafür gebe, dass sich die Regierungsführung weltweit verbessert habe. ... Demokratie, Gesetzestreue, Pressefreiheit, und Transparenz, kurz gesagt der 'Humanismus', führt jedoch im Allgemeinen und auf lange Sicht zu einer besseren Staatsführung, einer stabileren Wirtschaft und gerechter verteiltem Wohlstand."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Philosophie, » Wirtschaftspolitik, » Weltanschauung, » Global
Alle verfügbaren Texte von » Eric Le Boucher
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 30. Juni 2008