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El País - Spanien | Montag, 30. Juni 2008

Rationaler Euroskeptizismus

Der Politologe José Ignacio Torreblanca interpretiert die jüngsten Ergebnisse des Eurobarometers, aus denen unter anderem hervorgeht, dass der Anteil der Nein-Stimmen im irischen Referendum unter Arbeitern überdurchschnittlich hoch war. "Diese Polarisierung der öffentlichen Meinung in Irland kennen wir auch aus anderen Mitgliedsstaaten: Für die Arbeiterklasse sind europäische Integration und Globalisierung zwei Seiten derselben Münze. So wie die klare Mehrheit der Europäer (63 Prozent) glaubt, dass die Globalisierung den Unternehmen, nicht aber den Bürgern dient, nimmt ein wachsender Teil der europäischen Öffentlichkeit die europäische Einigung als ein Wirtschaftsprojekt mit liberaler Ausrichtung wahr, das die Sicherheit der Arbeitsplätze bedroht. ... Deshalb hat der Euroskeptizismus auch eine rationale Grundlage und ist nicht nur eine Sache der Gefühle, wie manchmal behauptet wird. Eine überwältigende Mehrheit der Iren (85 Prozent) bewertet die EU-Zugehörigkeit ihres Landes positiv und möchte weiter zur Union gehören, aber gleichzeitig gibt es Sektoren der Wirtschaft und der Gesellschaft, die von dieser Integration weniger profitieren als andere, was dazu führt, dass sie ihre Unzufriedenheit immer dann ausdrücken, wenn sie eine Gelegenheit dazu bekommen."

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