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El País - Spanien | Dienstag, 7. März 2006

Europa zwischen Erinnerung und Vergessen

Europa schwankt zwischen Erinnern und Vergessen, meint die tschechische Schriftstellerin Monika Zgustova. "Ein halbes Jahrhundert hatten der Westen und die Bürger des Ostens keine gemeinsame Geschichte. Das kollektive Gedächtnis der einen unterscheidet sich in den wichtigsten Dingen von dem der anderen. Regelmäßig treten Verständigungsprobleme auf. Die Bewohner des Ostens, die jahrzehntelang gezwungen waren, ideologische Manipulationen der Vergangenheit und der Gegenwart zu ertragen - eine Art erzwungenes Vergessen - sind jetzt von Erinnerung besessen... Im Gegensatz zu ihren Regierungen sind die Bürger der ehemals kommunistischen Länder sehr interessiert am kollektiven und individuellen Gedächtnis. Sie haben das dringende Bedürfnis, sich wieder ein individuelles Gedächtnis einer Zeit anzueignen, in der das Individuum dem absoluten Kollektiv geopfert wurde."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 7. März 2006

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