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Der Standard - Österreich | Montag, 21. Juli 2008

Neuer Realismus im Iran?

Der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer kommentiert in der österreichischen Tageszeitung Der Standard die Verhandlungen über Irans Atomprogramm: "In Teheran scheint die Botschaft angekommen zu sein, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit militärisch Ernst wird, wenn der Iran mit seinem Atomprogramm fortfährt. Zumindest gibt es aus Teheran interessante, ja so bis dahin noch nicht gehörte Äußerungen und Signale, die auf eine verstärkte Bereitschaft zu ernsthaften Verhandlungen über das iranische Atomprogramm und regionale Sicherheitsfragen schließen lassen. ... Sollte es der Iran ernst meinen, so wird es tatsächlich um nichts Geringeres gehen als um einen großen regionalen Interessenausgleich zwischen dem Iran und den USA, Europa und die regionalen Verbündeten der USA eingeschlossen, ein so genannter 'Grand Bargain' also. Sollte man in Teheran aber lediglich auf Zeit spielen, so wäre das kurzsichtig und töricht. Denn der Konflikt und damit die Gefahr einer militärischen Konfrontation würden auch unter einer neuen US-amerikanischen Regierung nicht verschwinden. Ganz im Gegenteil käme diese Konfrontation sehr schnell und mit weitaus größerer Gefährlichkeit im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen zurück."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 21. Juli 2008

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