Le Monde - Frankreich | Dienstag, 22. Juli 2008
In Berlin wird man die Geschichte nicht los
Die Tageszeitung Le Monde kommentiert die Ortswahl für die morgige Rede des US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama in Berlin: "Hier wird man die Vergangenheit nicht los. Obama hatte vor, seine Rede vor dem Brandenburger Tor zu halten, dem Symbol der deutschen Hauptstadt, der Teilung der Stadt, Deutschlands, Europas und der Welt in zwei antagonistische Blöcke während des Kalten Kriegs. ... Nun wird Obama seine Rede am Fuß der Siegessäule halten, der Säule, die den Sieg Preußens über Dänemark, ... Österreich ... und Frankreich verehrrlicht. ... Diese Daten sind weniger grandios für Europa. Und diese Siegessäule, die sich ursprünglich vor dem Reichstag befand, wurde durch die Nazis mitten in den Tiergarten gesetzt. ... In Berlin gibt es keinen neutralen Ort. ... Auch, weil die Deutschen entschieden haben, nicht zu vergessen."
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