Politiken - Dänemark | Mittwoch, 30. Juli 2008
China in Bringschuld
Einer der Hauptgründe für die Vergabe der Olympischen Spiele an Peking sei die Hoffnung gewesen, dass China seine Menschenrechtssituation im Licht der Öffentlichkeit verbessern würde, meint Tøger Seidenfaden, Chefredakteur der Tageszeitung Politiken. China sei dieser Rolle bislang jedoch nicht gerecht geworden: "2002 sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, dass das Olympische Komitee die Spiele nicht in China abhalten wolle, wenn China keine entsprechenden Gegenleistungen in Sachen Menschenrechte bringe. Das waren leere Worte, denn eine Studie von Amnesty International beweist, dass in den wichtigsten Bereichen keine Verbesserungen eingetreten sind. So sind zum Beispiel Zwangsarbeit und willkürliche Verhaftungen nach wie vor an der Tagesordnung. Dass China die elementaren Menschenrechte verletzt, müssen wir Peking immer wieder unter die Nase reiben - sowohl auf öffentlichen als auch auf inoffiziellen Treffen. Wenn das IOC diese Botschaft nicht klar vermitteln kann oder will, müssen es eben alle Gäste der Spiele machen. Das könnte vielleicht etwas bewirken."
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