Der Standard - Österreich | Donnerstag, 31. Juli 2008
Schwere Aufgabe für Haager Tribunal
Gestern wurde der mutmaßliche Kriegsverbrecher Radovan Karadžić nach Den Haag überführt und dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien übergeben. Das Haager Tribunal brauche für den anstehenden Prozess gegen Karadžić stichhaltige Beweise, damit es seine Glaubwürdigkeit nicht verliere, kommentiert Der Standard: "Gleich nach der Überstellung von Karadžić wurden in Europa Stimmen laut, dass nun endlich für die Opfer in Srebrenica Gerechtigkeit geschaffen werden könne. Aber soll der Gerichtshof des Tribunals die letzte Instanz der Gerechtigkeit oder des Rechts sein? Nur wenn Karadžić aufgrund von festen Beweisen verurteilt wird, wird dieses Urteil versöhnend auf die verfeindeten Völker in Bosnien wirken. Und da wird die Anklage sich selbst übertreffen müssen. In Fall Milošević wollte sie alle Kriege in Ex-Jugoslawien behandeln - bis der Ex-Präsident starb. Im Prozess gegen den Radikalenführer Vojislav Šešelj blamiert sich die Anklage täglich mit schwachen Zeugen und Beweisen. In der Causa Karadžić darf so etwas nicht passieren. Sonst wird der Prozess nicht heilend wirken, sondern böses Blut machen."
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