Magyar Nemzet - Ungarn | Montag, 11. August 2008
Saakaschwilis Krieg
Die konservative Zeitung Magyar Nemzet sieht die Hauptschuld für die Eskalierung des Konflikts in Südossetien beim georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili: "Micheil Saakaschwili ist in Nöten. ... Obwohl er mit seiner Rhetorik die Weltpresse beherrscht, mal von einem klaren Sieg, mal vom Rückzug der Truppen spricht, mal von der Aggression Russlands, mal von Demokratie und westlichen Werten schwadroniert (nachdem er Demonstrationen zerschlagen, Wahlbetrug begangen und die südossetische Hauptstadt Zchinwali in Schutt und Asche gelegt hat), ist trotz des Rückenwindes aus dem Westen eines deutlich zu sehen: Der georgische Präsident hat sich ordentlich verkalkuliert. ... Saakaschwili und Georgien haben möglicherweise den größten internationalen Konflikt seit Jahren vom Zaun gebrochen. ... Der georgische Präsident hat seine Wünsche mit der Realität vermischt, und er hat sich dabei sichtlich verschätzt. ... So rechnete er nicht ernsthaft mit Gegenschritten Moskaus. Oder sein Kalkül bestand schlechthin darin, Russland die Aggression in die Schuhe zu schieben. ... Saakaschwili hat jedenfalls ein mächtiges Eigentor geschossen."
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