taz - Deutschland | Donnerstag, 21. August 2008
Alte Feindbilder
Laut der tageszeitung würde Russland ein mögliches neues Wettrüsten am meisten schaden: "Moskaus Militärs haben nicht wirklich Angst vor dem Abwehrsystem. Zehn US-Raketen stehen tausend russischen Sprengköpfe für den Ernstfall gegenüber. ... Wie immer geht es um den Respekt und die Anerkennung Russlands, das sich mit dem Verlust der Supermachtrolle nicht abfinden kann. Die Einbeziehung der ehemaligen Satelliten, Tschechien und Polen, in den militärischen Einflussbereich der USA setzt der politischen Führung besonders schwer zu. Sie macht die Erfahrung, dass politisches Gewicht mit Petrodollars nicht mitwächst. Umso stärker wirken nostalgische Sowjeterinnerungen nach. Im Interesse Russlands bleibt zu hoffen, dass der Kreml den Bogen nicht überspannt und nicht in ein neues Wettrüsten einsteigt. Der marode Staat würde das nicht überstehen. Das Schicksal der Sowjetunion ... sollte der Führung eine Warnung sein."
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