Postimees - Estland | Dienstag, 26. August 2008
Getrübtes Verhältnis
Anlässlich des Besuchs der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Estland geht die Tageszeitung Postimees auf das getrübte Verhältnis zwischen Deutschland und Estland ein: "Auch wenn es zurzeit alles andere als populär ist, daran zu erinnern: [der deutsche] Exkanzler Schröder war nicht immer ein Geächteter in Estland. Als er 1998 [Helmut] Kohl ablöste, wurde vieles für Estland leichter, denn damit ging die Saunafreundschaft mit [dem russischen Präsidenten Boris] Jelzin zu Ende. Die Esten bekamen endlich die Visumfreiheit, und der Regierungsumzug nach Berlin stärkte Hoffnungen, Deutschland werde den Beziehungen zum Osten mehr Gewicht verleihen. Was dann aber kam, ist nur allzu gut bekannt: die große Freundschaft zu [Jelzins Nachfolger Wladimir] Putin und am Ende der Vertrag über den Bau der Gaspipeline durch die Ostsee. Wenn heute Angela Merkel nach Estland kommt, trifft sie zumindest auf mehr Wohlwollen als ihr Vorgänger. Hoffen wir, dass sie sich nicht ebenso zum Populismus verleiten lässt und dass sie auf das hört, was ihr die estnischen Politiker zu sagen haben, nicht zuletzt zum Thema Georgien."
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