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Dnevnik - Slowenien | Donnerstag, 28. August 2008

Europäisches Gefängnis

Die Tageszeitung Dnevnik befasst sich mit der europäischen Dimension der Gerichtsverhandlung des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Radovan Karadžić, der seit seiner Festnahme im Gefängnis des Internationalen Strafgerichtshofs im niederländischen Scheveningen einsitzt. "Hinter einer Betonmauer liegt das Gefängnis, in das der Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadžić gesteckt wurde. Das Gefängnis in Scheveningen ist eine alte Institution. ... Die jugoslawischen Kriege waren eine europäische Geschichte ... und auch das Gericht befindet sich in Europa, woher kommen also die Menschen hinter der hohen Mauer am Strand von Scheveningen? Die Antwort liegt auf der Hand. Radovan Karadžić ist ein Europäer. Seine Opfer auch. Doch hier beginnt das Problem. Will eine Frau aus Srebrenica, deren gesamte Familie ermordet wurde, im Gerichtssaal sitzen, kann sie sich nicht einfach ins Auto setzten und nach Den Haag fahren. Wenn nicht schon vorher, wird sie spätestens an der slowenischen Grenze zurück geschickt. Sie trifft auf die Grenze zwischen Europa und der restlichen Welt. Sie muss sich ein Visum beschaffen für das die gleichen Bedingungen gelten wie für alle anderen Bürger aus der Dritten Welt."

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