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Gazeta Wyborcza - Polen | Dienstag, 2. September 2008

Jalta ist Vergangenheit

Laut der Tageszeitung Gazeta Wyborcza wurde auf dem Sondergipfel ein Meinungsumschwung innerhalb der EU sichtbar: "Das alte Europa hat begonnen, Russland auch mit dem zweiten, dem östlichen Auge zu betrachten. ... Die großen Länder sahen in Russland einen Handelspartner, Energielieferanten und eine Weltmacht, die Europa in Afrika, Afghanistan und beim Ringen mit dem Iran helfen kann (und hilft). Wir, die Nationen hinter dem einstigen eisernen Vorhang, sahen das anders. Russland ist für uns eine Bedrohung - mit Erpressung durch Raketen und Handelsembargos. Durch den Einmarsch in Georgien hat sich Russland dem Westen von seiner übelsten Seite gezeigt, an deren Existenz bislang kaum jemand in Berlin oder Paris glaubte. Von so einem aggressiven Russland haben die Deutschen und Franzosen erst von den Polen, Letten und Litauern gehört, aber sie hatten das mit unserer schweren Geschichte entschuldigt. Jetzt glauben sie es. [Der amtierende EU-Ratspräsident] Sarkozy sagte nach dem Gipfel, dass eine Rückkehr zur Politik der Einflussbereiche nicht zu akzeptieren und Jalta Vergangenheit ist. Diese Worte werden noch lange im Kreml nachklingen."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 2. September 2008

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