Le Figaro - Frankreich | Samstag, 6. September 2008
Keine Rücksicht auf Ramadan
In Nordfrankreich hat ein Gericht einen Prozess gegen einen Einbrecher wegen des muslimischen Fastenmonats Ramadan verschoben. Die Tageszeitung Le Figaro hält dieses Vorgehen für falsch: "Es steht zu hoffen, dass die Entscheidung des Schwurgerichtspräsidenten im Departement Ille-et-Vilaine ... eine Welle von Protesten auslöst. Denn hier wird das geeinte laizistische Frankreich in seinen Fundamenten bedroht ... und seine Werte verleugnet. ... Niemand wird bestreiten wollen, dass sich auch das Justizsystem menschlich zeigen muss. Jedoch hat sie nicht auf Einzelfälle Rücksicht zu nehmen und vor religiösen, kommunitaristischen oder persönlichen Forderungen der Angeklagten einzuknicken. ... Oft wird die Ausübung des Islam kritisiert. Seine offensichtliche Zurschaustellung nicht zu erlauben, heißt nicht, anti-islamistisch zu sein. Vielmehr erleichtert es die Integration von Millionen Moslems aus anderen Ländern, die hier leben."
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