Pravda - Slowakei | Montag, 15. September 2008
Ungarisch weg von der Straße?
Nach einer Studie der Privatstiftung Open Society Fund haben 40 Prozent der Acht- und Neuntklässler in der Slowakei eine negative Einstellung zum Ungarischen. 63 Prozent finden, auch Angehörige der ungarischen Minderheit sollten auf der Straße nur Slowakisch reden. Die ungarische Minderheit macht zehn Prozent der Gesamtbevölkerung in der Slowakei aus. Die linksliberale Tageszeitung Pravda stellt die Frage, woher solche "beunruhigenden Ansichten" der Jugendlichen herrühren. "Machen wir bei der staatsbürgerlichen Erziehung in den Schulen Fehler? Oder sind die Politiker daran Schuld, die die Minderheit öffentlich erniedrigen? Fakt ist, dass es niemandem schadet, wenn auf den Straßen auch Ungarisch gesprochen wird. Es genügt, nach Wien zu fahren und sich dort zu überzeugen, wie oft dort beispielsweise in der Straßenbahn Türkisch, Kroatisch und viele andere Sprachen benutzt werden. Eine Multikultur lebt von der Verschiedenheit der Sprachen."
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