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Les Echos - Frankreich | Mittwoch, 17. September 2008

Einseitiges Stalinbild

In russischen Schulen soll im nächsten Jahr vielleicht ein neues Geschichtslehrbuch eingeführt werden. Ausgehend davon analysiert der Historiker Sergio Romano die Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert: "... [In dem Buch] soll Stalin als effektiver 'Manager' beschrieben werden... Ein stalistinisches Lehrbuch würde diejenigen in Europa und den Vereinigten Staaten freuen, die sich Russland als eine ständige Bedrohung vorstellen. Dieser Fehltritt deckt die Existenz eines Problems auf, gegenüber dem kein russischer Führer unempfindlich sein darf... Der Kommunismus wurde weder durch einen Krieg noch durch den Volkswiderstand... besiegt. ... Unter solchen Umständen wird es unmöglich, die Verbrechen und tragischen Fehler des sowjetischen Regimes zu denunzieren ... . Deswegen liegt die Lenin-Mumie weiterhin im Mausoleum am Roten Platz und Stalin ist weiterhin neben den Kreml-Mauern begraben ... . ... Damit die Russen von ihm [Stalin] weniger einseitig sprechen können, muss man noch auf eine andere Generation warten."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 17. September 2008

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