Dnevnik - Bulgarien | Mittwoch, 17. September 2008
Billiger PR-Trick
Am ersten Schultag in Bulgarien, am 15. September, hat der Ministerpräsident Sergej Stanischew, der die Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) leitet, eine Rede gehalten. Sie sollte in allen Schulen vorgelesen werden. Die Tageszeitung Dnevnik kommentiert: "Dass diese Rede in den Schulen vorgelesen wurde, hatte eine ideologische Funktion, ... sie sagt: 'Wir sind an der Macht!' ... Selbstverständlich geht es in der Rede um Geschichte. Indem sie die Vorrangigkeit der 'nationalen Einheit' aber auf die Gegenwart projiziert, verbirgt sich in ihr jedoch der Wunsch, den Status Quo zu festigen. Das Verstecken hinter dem Deckmantel der 'nationalen Einheit' ist eine Propagandastrategie, die kaum zu einer linken Partei passt. Wer sagt jedoch, dass BSP eine linke Partei ist? Sie ist die typische Partei des Firmenkapitals ... der sozialistischen Nomenklatura, der ehemaligen Stasi-Agenten und Mafiosi. Vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, wenn sich Schüler am ersten Schultag solche Reden anhören – die Erstklässler lernen dadurch, dass es neben der Welt des Wissens auch die Welt der Propaganda und der billigen PR-Tricks gibt."
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