taz - Deutschland | Dienstag, 23. September 2008
Janez Jansa, ein konservativer Revolutionär
Nach der Parlamentswahl in Slowenien erklärt Erich Rathfelder in die tageszeitung, dass der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa wegen seiner neoliberalen Wirtschaftspolitik abgewählt worden ist: "Jansa hatte in den letzten vier Jahren versucht, das slowenische Modell eines sanften Übergangs vom Sozialismus in die Marktwirtschaft zu torpedieren. Dabei handelte er sich aber nicht nur Proteste und Streiks der Arbeiter, sondern auch den Widerstand der Wirtschaftsbosse ein. ... Sogar bei den neuen und wirtschaftsfreundlichen jungen Eliten ... verscherzte er es sich. Mit seiner Polemik gegen die Partisanen des Zweiten Weltkrieges und seinem Eintreten für die Heimwehr, die einst mit den Nazis kollaborierte, überschritt er für viele Slowenen einen Rubikon. Hinzu kamen Korruptionsskandale und Druck auf die Medien. ... Jetzt muss er mit ansehen, wie sein Konkurrent Borut Pahor ... die Macht im Alpenland übernimmt. Mit seiner moderaten und alle gesellschaftlichen Gruppen besänftigenden Art dürfte dieser eher in der Lage sein, die Verwerfungen der letzten Jahre zu mildern und wieder für gesellschaftliche Ruhe zu sorgen."
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