Gazeta Wyborcza - Polen | Donnerstag, 30. März 2006
Anklagen in Weißrussland und das mögliche Ende der Diktatur
Zehn Tage nach den manipulierten Präsidentschaftswahlen in Weißrussland hat die Staatsanwaltschaft am 29. März Anklage gegen den inhaftierten oppositionellen Sozialdemokraten, Alexander Kosulin, erhoben. Die Justiz wirft ihm die Organisation von Unruhen vor und droht auch Oppositionsführer Alexander Milinkiewitsch mit einer Anklage. Kommentator Waclaw Radziwinowicz hofft trotzdem langfristig auf ein Ende der Diktatur von Präsident Alexander Lukaschenko. "Auf die Frage 'Wie stehen die Dinge?' antworten die Leute in Minsk derzeit: 'Alles beim Staatsanwalt'.... Wie wild und brutal die Auseinandersetzung mit den Konkurrenten auch sein mag, sie zeugt davon, dass der Diktator Angst bekommen hat. Er hat begriffen, dass er die Konkurrenz und den Teil seines Volkes nicht ignorieren kann, die nicht in einer quasi-sowjetischen Diktatur leben wollen. Wahrscheinlich begreift er bald auch, dass weder die Staatsanwaltschaft noch die Sicherheitskräfte noch die verlogenen Medien ihn vor einer Niederlage im Kampf mit der Demokratie schützen werden."
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