Prager Zeitung - Tschechien | Dienstag, 23. September 2008
Auf Worte können Taten folgen
Martin. M. Šimečka, Chefredakteur des tschechischen Wochenblatts Respekt, sieht die Entwicklung der slowakisch-ungarischen Beziehungen mit Sorge. In seinem Gastbeitrag für die deutschsprachige Prager Zeitung erinnert er an die Ablehnung Bratislavas, das unabhängige Kosovo anzuerkennen. "Ein Grund dafür ist die slowakische Angst, dass die ungarische Minderheit nach dem Muster Kosovos ebenso die Selbstständigkeit fordern oder die Vereinigung mit Ungarn anstreben könnte. ... Viele der skandalösen Aussagen [des slowakischen Premiers] Ficos oder Slotas [die slowakische Armee solle härter trainieren für den Fall, dass Ungarn versuchen sollte, die Südslowakei zu besetzen] können immer noch als rhetorische Übung für die Wähler interpretiert werden. Auf die Worte der Politiker können aber auch Taten folgen. ... In zwei Jahren wird aller Wahrscheinlichkeit nach in Ungarn ein nicht weniger gefährlicher Populist die Wahlen gewinnen: Viktor Orban. Eine schlechtere Konstellation für die slowakisch-ungarischen Beziehungen ist kaum vorstellbar."
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