Rzeczpospolita - Polen | Donnerstag, 2. Oktober 2008
Aus Angst vor Gewerkschaften nicht gehandelt
Die EU sei nicht allein Schuld an der Situation der Werften, meint Igor Janke von der konservativen Tageszeitung Rzeczpospolita. Aus Angst vor den Gewerkschaften habe es Polen lange versäumt zu handeln. "Unabhängig davon, inwieweit das bürokratische Brüssel gerecht oder ungerecht handelt, wurde die Angelegenheit der polnischen Werften seit vielen Jahren verschleppt. Keine der zahlreichen polnischen Regierungen konnte dieses Problem lösen. ... Seitdem Horden von Bergleuten mit Spitzhacken in Warschau aufgetaucht sind, hat niemand mehr den Mut gehabt, sich mit den großen Gewerkschaften anzulegen. ... Die staatlichen Bahnen, die Bergwerke und letztlich auch die Werften sind wenig rentable Unternehmen geblieben. Alle Werften sollten privat sein wie die Stocznia Gdańsk (Danziger Werft). Ihr Beispiel zeigt, dass Brüssel auf private Unternehmen setzt. Aber sie sind in staatlicher Hand geblieben, weil man sich entweder vor der Geschichte und dem Symbol gescheut hat, das die 'Wiege der Solidarność' darstellt, oder vor den starken Gewerkschaften."
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