El País - Spanien | Montag, 6. Oktober 2008
Den guten Krieg verlieren?
Aufgrund der unsicheren militärischen Situation in Afghanistan debattieren einige europäische Ländern über das Risiko der Stationierung von Truppen am Hindukusch. Der Politologe José Ignacio Torreblanca schreibt dazu in der Tageszeitung El País: "Kann man den schlechten Krieg gewinnen und den guten verlieren? Afghanistan war immer der gute Krieg und Irak der schlechte. Der erste [Krieg] war durch die Taliban und die terroristische Bedrohung gerechtfertigt, der zweite gründete auf Lügen und zweifelhaften Zielen. ... Doch jetzt stehen wir vor einer verwirrenden Situation: Der schlechte Krieg läuft gut und der gute ist ein Desaster. ... Die Europäer haben zwei Möglichkeiten: Entweder sie reagieren einzeln oder sie handeln gemeinsam. ... Ein einiges Europa könnte Washington davon überzeugen, dass man wie im Irak auf eine politische und nicht-militärische Lösung setzen sollte, die die Afghanen für ihre eigene Zukunft verantwortlich machen würde und ihnen dafür die notwendigen Mittel geben würde. Aber dafür ist es notwendig, dass wir aufhören darüber nachzudenken uns zurückzuziehen."
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