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El País - Spanien | Dienstag, 7. Oktober 2008

Joschka Fischer über die EU als Vorbild für den Nahen Osten

Der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer äußert in der Tageszeitung El País die Meinung, dass die Europäische Union den Ländern des Nahen Ostens als Beispiel für regionale Zusammenarbeit dienen könnte. Nur gemeinsam könnten diese auf neue Herausforderungen der Wasserknappheit und der globalen Wirtschaft angemessen reagieren, "einzeln können die Staaten des Mittleren Ostens dies nicht bewältigen. Sie müssen in regionalen Institutionen kooperieren und die erfolgreiche Geschichte der Europäischen Union könnte dabei zum Vorbild werden. In der Tat erscheinen die Vorbedingungen [dort] für eine regionale Zusammenarbeit ... [heute] besser als die im Europa der 1950er Jahre. Europa hatte keine gemeinsame Sprache und war auch auf religiöser und kultureller Ebene nicht so einheitlich wie der Nahe Osten. Ausgangspunkt für Europa war die Existenz von Visionären wie Jean Monnet und die Schaffung neuer Institutionen wie die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Im Nahen Osten könnte der Prozess der regionalen Integration mit Wasser und Energie beginnen. Danach könnte ein gemeinsamer Markt für Waren und Dienstleistungen zusammen mit einem regionalen Sicherheitssystem folgen. Dies könnte dieser Region, die arm an Wachstum und reich an Konflikten ist, endlich eine definierte Identität geben und sie so in einen relevanten Akteur der globalen Wirtschaft verwandeln. Dies würde es ihr erlauben, Architekt ihrer eigenen Zukunft zu werden."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 7. Oktober 2008

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