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Corriere della Sera - Italien | Donnerstag, 16. Oktober 2008

Keine Auslieferung von Petrella

Frankreich hat die Auslieferung der wegen mehrfachen Mordes in Italien verurteilten ehemaligen Terroristin Marina Petrella aufgrund ihres gesundheitlichen Zustands verweigert. Der italienische Schriftsteller Claudio Magris bittet den italienischen Premier Silvio Berlusconi in einem öffentlichen Brief in der Tageszeitung Corriere della Sera, vom französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy eine Entschuldigung "für die Ohrfeige und Beleidigung Italiens ... zu fordern. Sarkozy hat [mit der Verweigerung der Auslieferung] indirekt behauptet, dass Italien kein Rechtsstaat ist, sondern ein barbarisches Land, in dem die elementaren Menschenrechte verletzt werden, kranke Häftlinge keine ärztliche Hilfe erhalten, oder gar gefoltert werden wie in Guantamano. Es ist eine Beleidigung unseres Landes, das als unzivilisiert, zur Handhabung der Justiz unfähig und nur auf Rache sinnend abgestempelt wird. ... Niemand will Rache, Todesstrafe oder lebenslängliche Haft. Eine Begnadigung kann in Betracht gezogen werden, aber sie kann nur vom Präsidenten der italienischen Republik zugestanden werden, dem Land, in dem das Verbrechen begangen und das Urteil gefällt worden ist – nicht vom Präsidenten Frankreichs."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 16. Oktober 2008

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