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Gazeta Wyborcza - Polen | Donnerstag, 16. Oktober 2008

Der EU-Gipfel und ein kleiner Staatsstreich

Die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza kommentiert den unvorhergesehenen gemeinsamen Auftritt von Premier Donald Tusk und Präsident Lech Kaczynski beim EU-Gipfel: "Wer hat gewonnen? Der Präsident. Wer hat verloren. Polen. Denn auf diesem Gipfel ist Polen zweimal vertreten - das Polen des Präsidenten und dasjenige des Premiers. Und beide haben verloren, weil man sich über zwei Polen leichter lustig machen kann ... als über ein einziges - ein stärkeres. Dieser Gipfel wird zum einen deswegen in die Geschichte eingehen, weil ein politischer Führer in den Beratungssaal eingetreten ist, den niemand dort erwartet hat, und dabei EU-Recht gebrochen hat. Und zum anderen auch deswegen, weil das erste Mal seit 1989 ein Präsident mit einer solchen Macht in die Domäne der Regierung eingedrungen ist und damit eine Art kleinen Staatsstreich begangen hat. Es ist ihm gelungen. Und wozu das alles? Will der Präsident das Land regieren? Wenn dem so ist, dann sollte er das direkt sagen und nicht im Ausland solch einen Auftritt hinlegen."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 16. Oktober 2008

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