Der Standard - Österreich | Freitag, 7. April 2006
Ungarischer Provinzialismus
Publizist András Szigetvari ist vom ungarischen Wahlkampf enttäuscht: "Die Szenerie hätte sich wunderbar für einen Lagerwahlkampf geeignet: Auf der einen Seite die sozialdemokratische Regierungspartei MSZP. Sie zog gemeinsam mit dem liberalen Koalitionspartner SZDSZ in den Wahlkampf, um die Rückkehr von Viktor Orbáns national-bürgerlicher Fidesz an die Macht zu verhindern. - Hätte. Denn die Ideologien der ungarischen Parteien sind gründlich durcheinandergeraten... Eine neue Eigenart indes war diesmal der Provinzialismus. Die EU war kaum Thema - ganz so, als wäre da am 1. Mai 2004 nichts gewesen. Beim TV-Duell am Mittwoch wurde über Kindergeld und entvölkerte Dörfer, nicht aber die Union diskutiert. Das dürfte sich spätestens dann ändern, wenn die EU eine Budgetkonsolidierung verlangt und die neue Regierung - jeglicher Couleur - den Bürgern ein Sparpaket verkaufen muss."
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