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Expresso - Portugal | Montag, 20. Oktober 2008

Henrique Raposo über Asien am Tisch der Weltmächte

Henrique Raposo plädiert in der Wochenzeitung Expresso dafür, China und Asien einen Sitz beim IWF (Internationaler Währungsfonds), der Weltbank und der Gruppe der führenden Industrienationen zu geben, die bislang als G8 aus den USA, Kanada, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Russland besteht: "Im 21. Jahrhundert funktioniert die finanzielle Stabilität nur im Tandem zwischen der westlichen Welt und Asien. Deshalb muss der Westen einen Teil der Macht innerhalb der internationalen Institutionen den asiatischen Ländern überlassen. Doch diese Reform ist ein Thema, das der westlichen Elite Unbehagen verursacht, weil sie den Niedergang des Westens bestätigt und Asiaten zusammen mit Europäern und Amerikanern an den Gipfel der Welthierarchie setzt. ... Seit 1945 gibt es ein Abkommen zwischen Amerikanern und Europäern laut dem der IWF immer einen europäischen Präsidenten hat und die Weltbank immer einen amerikanischen. Dieses Abkommen erinnert an die Mittagessen bei großen Familien: An einem Tisch sitzen die Erwachsenen (Europa und Amerika), am anderen die Kinder (China, Indien, usw.). ... Doch Asien ist schon zu groß, um noch am Kindertisch zu sitzen. ... Am Tisch der Erwachsenen müssen mehr Stühle hingestellt werden, damit sich auch China, Indien, etc. dazu setzen können. Falls der Westen den viereckigen Tisch von 1945 im Jahr 2008 nicht in einen runden verwandelt, werden die Asiaten sich einen eigenen bauen, an dem dann nur Asiaten Platz haben. Und irgendwann werden sich die westlichen Länder an den Kindertisch setzen müssen."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 21. Oktober 2008

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