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El País - Spanien | Dienstag, 21. Oktober 2008

Voreilige Verdächtigung Kunderas?

Die tschechische Schriftstellerin Monika Zgustova kritisiert in der Tageszeitung El País die Vorwürfe gegenüber ihrem Landsmann, den Schriftsteller Milan Kundera, der auf der Grundlage eines Geheimdienstdokuments verdächtigt wird, 1950 einen antikommunistischen Aktivisten bei der Polizei angezeigt zu haben: "Wie kann sich eine Beschuldigung mit so schwerwiegenden Konsequenzen auf nur ein einziges zweifelhaftes Dokument stützen und so viele vage Ausdrücke benutzen? Zweifelhaft, weil es in der Tschecheslowakei der fünfziger Jahre an der Tagesordnung war, dass die Polizei Anzeigen erhielt, da jeder Polizeibeamte, der eine Anzeige erhielt, leicht mit einer Auszeichnung rechnen konnte. ... Sowohl die tschechische als auch die internationale Presse beeilte sich, sich auf den Artikel [in Respekt] zu beziehen und die Anschuldigungen gegenüber Kundera zu verbreiten. Auf diese Weise wurden wir Zeugen ... von etwas sehr Schwerwiegendem: Wir wurden Zeugen einer massiven Beschuldigung eines Menschen mitten in der Demokratie, ohne dass die entsprechenden Dokumente auch nur hinterfragt worden wären; ohne zu wissen, ob es andere Unterlagen gibt, ohne andere Zeugen zu hören und vor allem, ohne vorher die Version des Beschuldigten anzuhören."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 21. Oktober 2008

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