Népszabadság - Ungarn | Montag, 10. April 2006
Parlamentswahlen in Ungarn
Nach der gestrigen Parlamentswahl ist unklar, wer die neue Regierung bildet. Die regierende sozialliberale Koalition liegt zwar in Führung, doch die Besetzung von 173 der insgesamt 386 Mandate ist noch offen und wird erst in zwei Wochen in einer Stichwahl in den Bezirken entschieden, in denen kein Direktkandidat die absolute Mehrheit erringen konnte. Peter N. Nagy kommentiert: "In größeren Städten siegte die sozialliberale Regierungskoalition, in Dörfern und kleineren Städten die rechtskonservative Oppositionspartei Fidesz. Die Wähler entscheiden sich heute nicht mehr zwischen rechts und links, sondern zwischen der Offenheit der Städte und der Weltabgeschiedenheit kleinerer Orte." Sozialisten und Liberale wollen ihr Regierungsbündnis fortsetzen. Doch es ist offen, ob die kleine Mitte-Rechts-Partei MDF (Ungarisches Demokratisches Forum) bereit wäre, mit der rechtskonservativen Fidesz eine Koalition zu bilden: "Die MDF will nur dann mit der Fidesz koalieren, wenn Oppositionsführer Viktor Orban nicht Premier wird. Ob er bereit ist, auf die Macht zu verzichten? Das ist nicht ausgeschlossen."
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