Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 28. Oktober 2008
Im Führerbunker brennt noch Licht
Die Nazi-Satire "Gitler Kaput!" erhitzt die Gemüter in Russland. Sonja Zekri spielt deren historischen Bezug in der Süddeutschen Zeitung herunter: "So kam es nicht völlig unerwartet, als die Petersburger Kommunisten ein Verleihverbot von Wajsbergs Nazi-Nummernrevue forderten und sich an alle 'Kommunisten, Patrioten, Veteranen, Jugendorganisationen' und sogar an die Kirche wandten, um sie gegen 'Gitler Kaput!' zu mobilisieren. Die Filmemacher [allen voran Produzent Sergej Liwnew] konterten dialektisch mit dem Hinweis, frei nach Marx sei gerade das Lachen der letzte Nagel im Sarg des Faschismus – und aller anderen Ideologien. Das ist vielleicht ein bisschen optimistisch. Aber in einem Land, das sich seiner Vergangenheit bedient wie eines Theaterfundus, das sich mit sowjetischen oder zaristischen Großtaten schmückt und überhaupt mit allem, was groß und stark aussehen lässt, ist 'Gitler kaput!' ein wohltuend schmutziger kleiner Film."
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