Világgazdaság - Ungarn | Dienstag, 28. Oktober 2008
Ungarn im Spiegel der EU
Zweieinhalb Jahre vor der ersten ungarischen EU-Ratspräsidentschaft macht sich György Fóris über das negative Ungarn-Bild in der EU Gedanken. "Jahrelang haben wir in den Augen der EU als Musterschüler gegolten. ... Indes kamen nach dem EU-Beitritt [2004] nach und nach unsere himmelschreienden Unzulänglichkeiten zutage. Zuerst brach der Forint [ungarische Währung] zusammen, dann liefen das Budgetdefizit und die Inlandsverschuldung aus dem Ruder, schließlich war Ungarn das einzige Land, das kein einziges Maastrichter Kriterium [Voraussetzung für den Beitritt zur Währungsunion] erfüllen konnte. ... Die ungarische EU-Ratspräsidentschaft in zweieinhalb Jahren könnte uns nach Jahren des Imageverlustes die große Chance bieten, das Ansehen unseres Landes wieder zu verbessern. ... Wenn jedoch die Funktions- und Leistungsfähigkeit Ungarns zu wünschen übrig lassen, wenn sich das Land wegen der schlechten Wirtschaftsdaten ständig schämen muss, ... wenn es stets Bittsteller ist und sich vor den anderen laufend rechtfertigen muss – während im Hintergrund ein innenpolitischer Kampf auf Gedeih und Verderb tobt – dann wird das 'Gewicht' des Ratsvorsitzes ziemlich gering sein."
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