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Die Welt - Deutschland | Dienstag, 18. April 2006

Zafer Senocak über das antiquierte Frauenbild im Islam

Der deutsch-türkische Schriftsteller Zafer Senocak schreibt über ein in Deutschland derzeit viel diskutiertes Gerichtsurteil. Ayhan, Alpaslan und Mutlu Sürücü wurde vorgeworfen, aus "gekränkter Familienehre" ihre Schwester Hatun in Berlin getötet zu haben. Der jüngste Bruder wurde zu neun Jahren Haft verurteilt, die beiden älteren aus Mangel an Beweisen frei gesprochen. "Gewiss, die sakralen Quellen des Islam kennen keine Rechtfertigung für Mord als Strafe für ein selbstbestimmtes, freies Leben - und auch ausgelebte Sexualität gehört dazu", schreibt Senocak. "Schon gar nicht gibt es eine Legitimation für Selbstjustiz. Aber es gibt zahlreiche andere Sanktionen, für die, die vom 'Wege' abgekommen sind. Vor allem für die Frauen. Dass die Frau wie eine Schutzbefohlene des Mannes behandelt wird, ist die Ursache des Übels. Wehe der Mann versagt vor der Aufgabe, seine Frau auf dem Pfad des sittlichen Verhaltens zu halten. Nein, in diesem Gedankengebäude ist die Frau kein eigenständiges persönliches Wesen... Die Muslime müssen jetzt endlich anfangen, dieses antiquierte Frauenbild wenigstens zu diskutieren."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 18. April 2006

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