Dnevnik - Bulgarien | Mittwoch, 3. Dezember 2008
Der Sozialismus lebt weiter
Die gravierende Korruption, mit der Bulgarien in jüngster Zeit Berühmtheit erlangt hat, sei nicht die Folge irgendeiner pathologischen Gier von Politikern und Verwaltung, schreibt die Tageszeitung Dnevnik. "Diese Korruption ist halt die Fortsetzung des Parteien-Klansystems, der Umverteilung von Macht-, Wirtschafts-, und Symbolresourcen des späten Sozialismus' in Bulgarien. Die Netzwerke haben übergangslos die Metastasen von früher in die Demokratie verpflanzt, weil die Schutzmechanismen - unabhängige Justiz und freie Medien - nicht Fuß gefasst haben. Nun herrscht der Irrtum vor, dass die Politiker die Bösen sind, während die Medien auf der Seite des Volkes stehen und somit die Guten sind. Keiner kann das Verdienst einzelner Journalisten, Sendungen, Medien verleugnen, dass sie die Umverteilung öffentlicher Güter während der Übergangszeit und danach ans Licht gebracht haben. Allerdings wurden die Medien auf genau dieselbe undurchsichtige Art und Weise privatisiert, wie die Wirtschaft und die Institutionen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, bulgarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Geschichte, » Bulgarien
Alle verfügbaren Texte von » Bojko Pentschew
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 3. Dezember 2008