Frankfurter Rundschau - Deutschland | Montag, 8. Dezember 2008
Regierung gerät in Bedrängnis
Die Ausschreitungen in Griechenland könnten die griechische Regierung in Bedrängnis bringen, vermutet die Tageszeitung Frankfurter Rundschau. "Schießfreudigkeit konnte man der griechischen Polizei in den vergangenen Jahren eigentlich nicht vorwerfen. Gerade gegenüber den Autonomen, die alle paar Monate einen Anlass finden, das Athener Stadtzentrum mit Wurfgeschossen und Molotowcocktails unsicher zu machen, hat sie Langmut gezeigt. ... Die defensive Polizeitaktik hat sich insofern bewährt, als bei den früheren Unruhen kein Mensch ernsthaft zu Schaden kam. Deshalb ist der Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel jetzt ein besonderer Schock. Dass es sich um einen tragischen Einzelfall handelt, macht die Sache nicht weniger brisant. Die Unruhen, die sich wie ein Flächenbrand übers ganze Land auszubreiten beginnen, bringen eine Regierung in Bedrängnis, die nach zahllosen Skandalen ohnehin auf dem letzten Loch pfeift. Setzen sich die Ausschreitungen fort, dürfte sich der Abstieg des konservativen Premiers Kostas Karamanlis beschleunigen."
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