Dnevnik - Bulgarien | Mittwoch, 10. Dezember 2008
EU ist kein Kindermädchen
Der Leiter der EU-Generaldirektion für Erweiterung Michael Leigh hat die Probleme, die zur Streichung von 220 Millionen Euro an EU-Hilfen geführt haben, mit bulgarischen Politikern diskutiert. Die Tageszeitung Dnevnik meint, man solle sich nicht auf die EU verlassen: "Es ist naiv, die EU als Erzieherin zu betrachten, die früher oder später die bösen Kinder zur Strafe in die Ecke stellt. Die Kritik aus Brüssel ist ein nützliches Instrument. Aber man sollte sie aufnehmen und effektiv damit arbeiten. ... Auch wenn die EU-Beamten streng sind, müssen sie sich beim Äußern von Expertenmeinungen zurückhalten. Michael Leigh darf einfach nicht sagen, dass die Mängel geduldet werden, um Veruntreuung zu ermöglichen. Das ist eine politische Einschätzung, und die soll von den bulgarischen Bürgern und ihren politischen Vertretern kommen. ... Wenn aber eine solche Einschätzung nicht von Handlungen begleitet wird, ... bringt sie nicht viel. Es ist an der Zeit, dass der Teil der Bevölkerung, der gegen die Bittsteller-Haltung ist und für die Einhaltung von Regeln und eine transparente Führung steht, seinen Platz auf der politischen Bühne findet."
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