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Népszabadság - Ungarn | Dienstag, 16. Dezember 2008

Ákos Szilágyi über glanzvolle Könige und heilbringende Politiker

In der linksliberalen Zeitung Népszabadság reflektiert der Dichter und Essayist Ákos Szilágyi über den Unterschied zwischen dem sakralen Glanz der einstigen Könige und dem Mediencharisma der modernen Politiker. "Heute wird die Weihe der Politiker - oder anders: ihre Heraushebung aus der gemeinen Masse der Menschen und der profanen Welt - wenn auch nur für einen flüchtigen Moment und freilich ohne jedwede Spiritualität von den Medien vollzogen. ... Kein Wunder also, dass die modernen Politiker, die das Charisma der heiligen Könige von einst entbehren, in die Arme der neuen Kirche - der Medien - laufen, um an der 'Weihe' des elektronischen Bildes teilzuhaben und auf diese Weise selbst ein Star - ein moderner Heiliger - zu werden. ... So gebärdet sich jeder Politiker, der etwas auf sich hält, als ein von den Medien geweihter König. ... Der heilbringende Politiker hat auf jeden Fall einen großen Vorteil gegenüber dem heilbringenden König von einst. Wenn er durch bloßes Handauflegen keinen Heilerfolg hat, besteht immer noch die Möglichkeit, den Heilritus umzukehren, sprich: die Hand vom Kranken zu nehmen. So nimmt der Politiker seine Hand von der Wirtschaft, worauf diese einem Wunder gleich wieder auf die Beine kommt; er nimmt seine Hand von der Staatskasse, worauf diese sich einem Wunder gleich wieder auffüllt; und er nimmt seine Hand von der Gesellschaft, worauf diese befreit aufatmet und so fort."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 16. Dezember 2008

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