Sme - Slowakei | Mittwoch, 17. Dezember 2008
Katarína Mallok über Migranten in Krisenzeiten
Ganz Westeuropa habe in guten Zeiten billige Arbeitskräfte angelockt, die jetzt die ersten Opfer in Krisenzeiten werden, konstatiert die Politologin Katarína Mallok in der liberalen Tageszeitung Sme. "Die Zuwanderer hatten als Arbeitskräfte viele Vorteile. Sie arbeiteten nicht nur für viel niedrigere Löhne als die Einheimischen, sondern auch klaglos unter schlechten Bedingungen. ... Jetzt schlägt die Finanzkrise dem europäischen Arbeitsmarkt die Beine weg. Die Arbeit, die beispielsweise in Spanien Afrikaner verrichteten, lockt jetzt die Spanier selbst. Die Regierung versucht, die Afrikaner mit Prämien zur Rückkehr in ihre Heimat zu bewegen. Doch die Afrikaner wollen nicht zurück nach Afrika. Ähnliche Probleme erwartet auch Deutschland. Auch in Österreich, den Niederlanden oder Frankreich weiß man nicht, was man mit dieser neuen Gruppe der Arbeitslosen anfangen soll. Die Migranten wiederum fühlen sich unfair behandelt, haben den Eindruck, dass sie nur in besseren Zeiten als 'schmutzige Roboter' gut gewesen seien. Europa sitzt damit auf einem Pulverfass, das es selbst gefüllt hat. Es merkt, dass Max Frisch mit seinem Satz recht hatte: 'Wir riefen nach Arbeitskräften, und es kamen Menschen.'"
» zum ganzen Artikel (externer Link, slowakisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Migration, » Integration, » Afrika, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Katarína Mallok
» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 17. Dezember 2008