Dnevnik - Slowenien | Montag, 22. Dezember 2008
Dejan Kovač über eine neue extremistische Generation
Einen der Gründe für die derzeitigen Krawalle in Griechenland sieht der Kolumnist Dejan Kovač darin, dass ein Viertel der jungen Generation in Griechenland in der nahen Zukunft nicht auf einen Arbeitsplatz hoffen kann: "Seit der sozialen Niederlage der extremen Linken in den 1970er Jahren haben Globalisierungskritiker, Umweltschützer, Anarchisten und Rebellen im Kampf gegen das System und vor allem gegen die Eltern, die Straßen Europas eingenommen. In Griechenland standen den Polizeibarrikaden 'Muttersöhnchen' gegenüber, die von den Eltern wieder unter ihre Fittiche genommen wurden. Deshalb wird sich diese Gruppe erst noch zur Armee des zukünftigen gesellschaftlichen Extremismus entwickeln, den wir durch das Schüren von Angst vor Terrorismus und Migranten, vergessen haben. Es ist eine Tatsache, dass die Zahl der jungen arbeitslosen Hochschulabsolventen in Europa deutlich wächst; in Griechenland liegt sie bei 18 Prozent, in Frankreich und Italien schon bei stark über 20 Prozent. In diesen Ländern, ähnlich wie in Slowenien, wurden soziale Spannungen durch das System der erwachsenen Kindheit gemildert - einem recht angenehmen Leben bei den Eltern auch noch mit über dreißig Jahren. Doch nun stürzt dieses Gebäude gemeinsam mit der globalen Finanzpyramide zusammen und Vater Staat ... tötet langsam seine eigenen Kinder. In einer solchen Familie ist Weihnachten nicht die Zeit der Freude, sondern der Ungewissheit und der Angst."
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