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Diário de Notícias - Portugal | Montag, 12. Januar 2009

João César das Neves über die Wichtigkeit internationaler Nachrichten

Der Universitätsprofessor João César das Neves fragt in der Tageszeitung Diário de Notícias, wie relevant internationale Nachrichten für unser Leben überhaupt sind: "Über das, was wirklich wichtig ist, waren unsere Vorahnen besser informiert, als wir es heute sind. Früher lebte man in kleinen Dörfern und jeder wusste über alle und alles Bescheid. ... Heute, mit der städtischen Anonymität ... , sind unsere Kenntnisse, über das, was uns wirklich betrifft, minimal. Aber wir sind bestens über Dinge informiert, die vollkommen irrelevant für uns sind. Kriege und Wahlkämpfe die Tausende Kilometer weit weg stattfinden, Verdächtigungen und eine Vielfalt von Katastrophen stehen täglich auf dem Informationsmenü. ... Der US-Präsident hat weniger Einfluss auf unser tägliches Leben als der lokale Vize-Bürgermeister, aber wir verfolgten Monate lang mit Spannung Barack Obamas Wahl und wissen womöglich nicht den Namen des Vize-Bürgermeisters. ... Unser Interesse an Nachrichten ist nicht unbedingt mit einem Wissensbedürfnis verbunden, sondern eher mit einem nach Unterhaltung. Die Realität ist langweilig, kompliziert. Deshalb hat die Menschheit Mythos, Sagen und Epen erfunden. ... Das Informationszeitalter hat das Problem gelöst. Irgendwo auf der Welt passiert immer etwas Spannendes. Die Nachrichten spiegeln die Realität und sind gleichzeitig unterhaltsam. Obwohl sie meistens vollkommen irrelevant für uns sind. ... Aber wir fühlen uns sehr wichtig und intelligent, wenn wir dann über solche weltweiten Themen sprechen."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 12. Januar 2009

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