Figyelő - Ungarn | Freitag, 16. Januar 2009
Joschka Fischer über das Verhältnis des Westens zu Russland
Im Wirtschaftsblatt Figyelő macht sich der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer über das Verhältnis des Westens zu Russland Gedanken und zweifelt an Russlands Stärke. "Russland ist nicht mehr jene Supermacht, die sie zu Sowjetzeiten einst war. Gleichwohl ist das Land in militärischer Hinsicht noch eine Großmacht, zumindest in Europa und Asien. Aus diesem Grund ist es notwendig, sowohl im Hinblick auf die vielen Regionalkonflikte (Iran, Naher Osten, Afghanistan/Pakistan, Zentralasien, Nordkorea) als auch mit Blick auf die für den Westen so wichtigen globalen Herausforderungen (Klimaschutz, Energiesicherheit, Demilitarisierung und die Eindämmung der Verbreitung von Atomwaffen) mit Russland zu kooperieren. Eine strategische Konfrontation mit Russland - ein neuer 'Mini-Kalter-Krieg' - würde diese Zielsetzungen vereiteln oder zumindest verkomplizieren. Die Frage, die sich nun stellt, ist folgende: Stellt Russland wirklich eine so große Bedrohung dar, dass der Westen eine strategische Reorientierung vollziehen müsste? Meine Antwort ist Nein. ... Der Großmachtstatus und die Großmachtpolitik von [Ministerpräsident] Wladimir Putin stehen auf tönernen Füßen, vor allem jetzt, da der Erdölpreis pro Barrell unter 40 Dollar gefallen ist. Und er [Putin] selbst weiß dies ganz genau."
» zum ganzen Artikel (externer Link, ungarisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » Russland, » Europa, » USA
Alle verfügbaren Texte von » Joschka Fischer
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 16. Januar 2009